Inhalt:
Die große Kunst von Gerhard Polt ist – neben seiner unglaublichen Bühnenpräsenz – wie er Figuren schafft, die so real sind, dass man sie zu kennen glaubt, es einen aber zugleich schaudert, weil man sie gar nicht kennen und am allerwenigsten in sich selbst wiederentdecken möchte. Ihnen legt er eine verblüffend verquere Kausalität in den Mund, sie entwickeln ihre ganz eigene Logik: in sich richtig, an sich falsch. Da ist der Nachbar, welcher einen schwunghaften Menschenverleih mit zwei Ukrainern betreibt - denn auch in Deutschland gibt es nicht alles, etwa Menschen, die arbeiten wollen; oder eine Kindheit, die gar keine war, schon nur wegen der unentwegten Spinatschikane. Wir lernen einiges, beispielsweise, dass man auch mal Ja sagen muss – auch wenn’s ein Ja zum Nein ist. Und überhaupt ist am Ende unsere Menschenkenntnis um einige so unterspannte wie maliziöse, vor allem aber furchtbar normale Typen größer; unsere Furcht vor dem Menschen aber auch.Zitat: Und jetzt passiert’s: Kommt der Schwiegersohn zu mir und sagt: »Du, jetzt hab ich ein Problem, ich muss für ein paar Wochen weg, auf eine Vortragsreise. Südamerika, da runter: Mexico, Rio, Caracas, Buenos Aires, Kapstadt. Da runter. Aber ich hab jetzt diese Ukrainer da. Was mach ich? Die liegen mir doch brach.« Dann sag ich: »Des krieg’ mer schon hin, ich helf dir, du brauchst dir nichts denken, hau ab nach Südamerika. Ich übernehm die Sache, die können derweil bei mir arbeiten.« Ich krieg jetzt eine Gasleitung, 300 Meter, da können sie a bisserl graben und wenn das nicht langt, dann bau ich halt noch irgendwas, scheißegal, äh eine Sauna, irgendwas fällt mir schon ein.
Presse: »In ihrem trockenen Humor und in ihrer grimmigen Komik sind Polts Gedanken gereift wie guter Wein, selbst wenn ihm dabei so manch boshafter Hintergedanke entwischt.«
Merkur Online
»Sieben Prachtmonologe. Kaum einmal ist das Furchtbare so unterhaltsam bei bei Gerhard Polt.«
Franz Kötteder, Süddeutsche Zeitung
